Schule ohne Rassismus – Ein Schritt in die richtige Richtung

von Lia-Maria Seiffert und Alexander Zscherpel

Rassismus und Ausgrenzung sind leider immer noch ein großes Problem in unserer heutigen Gesellschaft sowie der Welt im Allgemeinen. Genau deshalb hat sich das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium dafür entschieden, diese Thematik anzupacken und etwas dagegen zu unternehmen.

Gemeinsam sind die drei ehemalige Schüler*innen Leonie Tulke, Tessa Meingast sowie Ben Schlesok dann auf das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gestoßen und haben zusammen mit der Schulleitung und den Lehrkräften des MGF alles daran gesetzt, dass ihr eigenes Gymnasium durch Projekte, die die Werte des Netzwerkes mit Leben füllen, sich ebenfalls in das Netzwerk einreihen darf. Auf die solide Grundlage, die die Initiator*innen gelegt haben, bauen nun die die Schulsprecher des MGF Silvana Schmidt, Frederik Barth sowie Sinan Sert und die Lehrkräfte Sonja Deichsel und Alexander Zscherpel auf, die sich nun ihrerseits ausgiebig mit dem Thema und den Ausgrenzungsproblemen beschäftigen. Es wurden aktuell verschiedene Ideen gesammelt, die in diesem Schuljahr dann verwirklicht werden sollen, um dem wichtigen Sachverhalt mehr Gehör zu verschaffen.

Passenderweise fand die Vorstellung dieser Ideen am 01.12.2021 im Cineplex Kulmbach im Rahmen einer Veranstaltung gegen Rassismus statt, die in fruchtbarer Zusammenarbeit der Schule mit der Universität Bayreuth, speziell der Didaktik der Geographie, sowie dem Kino Kulmbach organisiert werden konnte. Ein herzlicher Dank sei an dieser Stelle noch einmal allen Beteiligten ausgesprochen. Für die Veranstaltung konnte man unter anderem die weltweit bekannte Filmemacherin Ines Johnson-Spain gewinnen. Sie stellte ihren herausragenden Film „Becoming Black“ der gesamten Q11 des MGF vor. Hier erzählt sie auf sehr persönliche und berührende Art von ihren eigenen Ausgrenzungserfahrungen in der ehemaligen DDR aufgrund ihrer Hautfarbe sowie der Suche nach einem Teil ihrer familiären Wurzeln. Anschließend wurde sehr angeregt mit der Regisseurin diskutiert, in der nicht nur alle möglichen Fragen, die sich im Verlauf des Films ergeben hatten, geklärt wurden, sondern die Regisseurin auch einen sehr persönlichen Einblick in ihre Arbeit und Erfahrungen gab. Immer wieder machte Johnson-Spain deutlich, dass sie hoffe, der Film rege alle Anwesenden zum Nachdenken und in letzter Konsequenz auch zum Handeln an. Man solle sich stets selbst hinterfragen, ob man möglicherweise ausgrenzende Verhaltensweisen an den Tage lege und daraus ein Bewusstsein für ein besseres Verhalten entwickeln.

Nach diesem äußerst bereichernden Teil der Veranstaltung war der Tag auch in anderer Hinsicht noch ganz besonders für das MGF-Gymnasium Kulmbach. Endlich durften die Initiator*innen und alle Mitverantwortlichen die offizielle Auszeichnung zur „Schule ohne Rassismus– Schule mit Courage“ entgegennehmen. Damit reiht sich das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium in eine Vielzahl an Schulen in ganz Deutschland ein, deren Ziel es ist, Ausgrenzung und Rassismus entgegenzutreten sowie diese im besten Fall durch Wertevermittlung gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Plakette selbst wurde im Beisein des Bezirkstagspräsidenten Henry Schramm sowie Katrin Müller vom Bezirksjugendring Oberfranken, die Verantwortliche für das Netzwerk „Schule ohne Rassismus“ in Oberfranken, überreicht.

Natürlich ist für die gesamte Schulgemeinschaft klar, dass sie die übergebene Plakette nicht nur in Ehren halten, sondern dies auch eine Aufforderung und Verpflichtung darstellt, sich weiter gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung jeglicher Art einzusetzen. Vor allem der Schulleiter Horst Pfadenhauer und der Bezirkstagspräsident Henry Schramm haben in ihren Reden jeweils noch einmal unterstrichen, wie zentral der Einsatz gegen Rassismus und Diskriminierung gleich welcher Art in einer pluralen Gesellschaft und für ein Gutes miteinander in unserem Land sei. Es erfordere sehr viel Mut, Transparenz und Offenheit, um dem der Ausgrenzung in all ihren Facetten entgegenzutreten. Nur in einer Gemeinschaft, in der keiner schweigt, ist es uns möglich Schritt für Schritt in die richtige Richtung zu gehen.

Fotos von Lia-Maria Seiffert, Q11

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